Bremer Informationsfreiheitsgesetz

Bremische Bürgerschaft Drucksache 17/1647
Landtag (zu Drucksache 17/1241, 17/1387 und 17/1442)
17. Wahlperiode 15.02.11

Bericht und Dringlichkeitsantrag des Ausschusses für Informations- und
Kommunikationstechnologie und Medienangelegenheiten zum Vierten Jahresbericht
der Landesbeauftragten für Informationsfreiheit vom 26. März 2010 (Drs. 17/1241) und
zur Stellungnahme des Senats vom 17. August 2010 (Drs. 17/1387) sowie zum Ersten
Gesetz zur Änderung des Bremer Informationsfreiheitsgesetzes vom 21. September
2010 (Drs. 17/1442)

I. Bericht
Die Bürgerschaft (Landtag) überwies in ihrer Sitzung am 21. April 2010 den
Vierten Jahresbericht der Landesbeauftragten für Informationsfreiheit vom 26. März 2010
(Drucksache 17/1241) und in ihrer Sitzung am 29. September 2010 die dazu erfolgte
Stellungnahme des Senats vom 17. August 2010 (Drucksache 17/1387) an den
Ausschuss für Informations- und Kommunikationstechnologie und
Medienangelegenheiten zur Beratung und Berichterstattung.
Ferner wurde dem Ausschuss von der Bürgerschaft (Landtag) am 10. November 2010
das Erste Gesetz zur Änderung des Bremer Informationsfreiheitsgesetzes (BremIFG)
vom 21. September 2010 (Drs. 17/1442) zur Beratung und Berichterstattung überwiesen.

Der Ausschuss hat den Vierten Jahresbericht, die Stellungnahme des Senats sowie das
Erste Gesetz zur Änderung des BremIFG in seinen Sitzungen am 12. November 2010
und 28. Januar 2011 beraten. Er ließ sich durch die Landesbeauftragte für
Informationsfreiheit und die Senatorin für Finanzen über den aktuellen Stand und die
Erfahrungen mit dem Informationsfreiheitsgesetz informieren.
Intensiv erörtert hat der Ausschuss vor allem die im Vierten Jahresbericht
vorgeschlagenen Gesetzesänderungen, die auch weitestgehend in das Gesetz zur
Änderung des BremIFG übernommen worden sind.

Grundlage für die im Ersten Gesetz zur Änderung des BremIFG vorgeschlagenen
Gesetzesänderungen waren neben dem Vierten Jahresbericht auch die Erkenntnisse aus
dem „Evaluationsbericht des Bremer Informationsfreiheitsgesetzes“, den das Institut für
Informationsmanagement (ififb) im Auftrag der Senatorin für Finanzen durchgeführt hat.
Ein wichtiges Ergebnis der Evaluation war, dass eine Verlängerung des ursprünglich bis
zum 1. Januar 2012 befristeten Gesetzes sinnvoll und notwendig ist, da es maßgeblich
dazu beiträgt, staatliches Handeln für die Bürgerinnen und Bürger transparent zu
machen.

Die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen beziehen sich auf folgende Punkte:

1. Das Gesetz soll von „Bremer Informationsfreiheitsgesetz“ in „Bremisches
Informationszugangsgesetz“ umbenannt werden, um deutlich zu machen, dass das
Gesetz Zugang zu bestimmten, bei den Behörden vorhandenen amtlichen
Informationen gewährt.
2. Es soll klar gestellt werden, dass sich der Vorrang von Regelungen zum Zugang zu
amtlichen Informationen in anderen Rechtsvorschriften gegenüber dem BremIFG nur
auf solche bezieht, die den Informationszugang abschließend regeln. Der bisherige
Wortlaut in § 1 Absatz 3 war in diesem Punkt nicht eindeutig, was zu Schwierigkeiten
in der Praxis und zu einer restriktiven Anwendung des BremIFG führte.
3. In § 6 Satz 2 wurde eine Klausel eingefügt, die die Abwägung zwischen dem
Informationsinteresse der Allgemeinheit und den schutzwürdigen Interessen des/der
Betroffenen, insbesondere den Umgang mit Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen,
regelt.
4. Der neue § 7 Absatz 1 verdeutlicht, dass der Zugang zu Informationen auf formlosen
Antrag hin gewährt wird, sofern der Antrag hinreichend bestimmt ist.
5. Im Falle der vollständigen oder teilweisen Ablehnung des Antrags muss die
Entscheidung schriftlich begründet werden.
6. Die bisher in einer Rechtsverordnung festgelegten weiteren zur Veröffentlichung
geeigneten amtlichen Informationen werden nun explizit in den Gesetzestext in § 11
Absatz 4 aufgenommen. Die Änderung dient der leichteren Auffindbarkeit für den
Gesetzesanwender und verdeutlicht die Bedeutung und den Umfang der
Veröffentlichung von amtlichen Informationen durch die bremischen Behörden.

Der Ausschuss befürwortet die vorgeschlagenen Änderungen und begrüßt es, dass die
Anregungen aus dem Vierten Jahresbericht und der Evaluation zum großen Teil Eingang
in das Änderungsgesetz gefunden haben.
Kritisch sieht der Ausschuss allerdings die vorgeschlagene Änderung der
Gesetzesbezeichnung von „Bremer Informationsfreiheitsgesetz“ in „Bremisches
Informationszugangsgesetz“. Der bisherige Name des Gesetzes sei inzwischen
eingeführt und weitestgehend bekannt und weise nach Meinung des Ausschusses
zutreffend auf Inhalt und Zweck des Gesetzes hin.
Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sieht der Ausschuss mehrheitlich noch
Verbesserungsbedarf. Insgesamt sei – und das habe auch die Evaluation gezeigt – das
Informationsfreiheitsgesetz in Bremen noch zu wenigen Bürgerinnen und Bürgern
bekannt.

Der Ausschuss hat diesen Bericht mehrheitlich – bei Enthaltung der Fraktion der CDU –
beschlossen.

II. Antrag
Die Bürgerschaft (Landtag) möge beschließen:
Die Bürgerschaft (Landtag) tritt den Bemerkungen des Ausschusses für Informations- und
Kommunikationstechnologie und Medienangelegenheiten bei.

Monique Troedel
(Vorsitzende)