Die Grünen im saarländischen Landtag haben die Landesregierung vor dem Hintergrund der Berichterstattung über Missstände in einer Völklinger Großbäckerei aufgefordert, für mehr Transparenz bei der Verbraucherinformation zu sorgen. Schwarze Schafe im Bereich von Lebensmittelproduktion und –handel müssten künftig leichter öffentlich genannt werden können, um so auch die saarländischen Verbraucher besser zu schützen. Zudem bleibe die Frage, wie die Missstände in dem fraglichen Betrieb offenbar über lange Zeit einreißen konnten, ohne dass die Behörden bereits früher konsequent tätig wurden.
Fraktionschef Hubert Ulrich sagte dazu: „Das bestehende Verbraucherinformationsgesetz ist voller Lücken und bürokratischer Hürden. Mit diesem Gesetz wird eine effektive Information der Verbraucher eben gerade nicht erleichtert. Das sehen wir in diesem aktuellen Fall sehr deutlich. Schwarze Schafe können sich mit Verweis auf Geschäftsgeheimnisse vor unliebsamer Verbraucherinformation schützen. Hier muss das Land sein Gewicht in die Waagschale werfen um Verbesserungen zu erreichen. Insbesondere bei Verstößen im Lebensmittelbereich müssen Ross und Reiter genannt werden dürfen.“
Zu einem effektiven Verbraucherschutz insbesondere im Bereich der Lebensmittel gehörten unabhängige, verlässliche und vor allem kostenfreie Informationen beispielsweise über Schadstoffbelastungen bei Obst und Gemüse sowie über Händler, die vergammelte Waren in Umlauf brächten oder eben Bäckereien mit unhygienischen Produktionsbedingungen. Ulrich: „Ein echtes Verbraucherinformationsgesetz tut daher Not. Das hat der neuste Skandal wieder gezeigt. Die saarländische Landesregierung hätte da im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes auf Landesebene schon Möglichkeiten gehabt, die Informationsrechte der Bürger zu erweitern, hat es aber de facto nicht getan. Das fordern wir nun ein.“
Derartige Missstände verunsicherten die Verbraucher generell und fügten der gesamten Branche einen erheblichen Schaden zu. Es sei daher auch notwendig, die Kontrolldichte bei Lebensmittelkontrollen im Saarland deutlich zu erhöhen. Es bleibe die Frage im Raum, warum derart eklatante Hygieneverstöße bisher nicht auffällig wurden bzw. dauerhaft abgestellt werden konnten.