Auf der Suche nach der optimalen Schule für ihr Kind können Eltern auf fast alle internen Daten der Behörden über die Qualität der Schulen vor Ort zurückgreifen. Ob Abi-Noten oder Migranten-Anteil, alle Daten sind einsehbar. Kritiker fürchten Hitlisten.
Die Eltern könnten damit auch öffentlich die politisch umstrittenen Hitlisten der besten Schulen einer Region erstellen. Daher rät Schulministerin Barbara Sommer (CDU) den Schulen, die Daten und Qualitätsberichte lieber offensiv auf ihren Internet-Seiten selbst zu veröffentlichen, um diese erläutern zu können.”Offenheit macht glaubwürdig”, heißt es aus dem Schulministerium, das derzeit an exakten Handlungs-Tipps zum Datenumgang für die Schulen arbeitet.
“Das Informationsfreiheitsgesetz verpflichtet seit 2002 auch Schulämter und Bezirksregierungen, alle internen Informationen zu den Schulen in der Regel herauszurücken”, sagte Bettina Gayk, Sprecherin der NRW-Datenschutzbeauftragten. Ausgeschlossen seien nur personenengebundene Angaben. Damit sind beispielsweise die Abitur-Durchschnittsnoten, die Schulabbrecher-Quote, die Resultate der Lernstands-Erhebungen, die Schul-TÜV-Berichte, die Lehrer-Schüler-Relation, die Sitzenbleiber-Quote oder die Zahl der Migranten-Kinder abfragbar. Einfache Anfragen muss die Verwaltung kostenlos in vier Wochen beantworten, für eine aufwändige Recherche dürfen zehn bis 500 Euro berechnet werden.
Die Lehrer-Gewerkschaft GEW unterstützt zwar die Infopflicht an Privatleute, lehnt aber damit herstellbare öffentliche “Einfach-Rankings” von Schulen ab. “Die reinen Daten sagen doch nichts über Qualität oder Lernklima der Schule aus”, sagt NRW-GEW-Chef Andreas Meyer-Lauber der WAZ. “Die Zahlen können in die Irre führen”, meint SPD-Fraktionsvize Ute Schäfer. Als Beispiel nennt sie die Auszeichnung für eine Grundschule in Dortmund. “Die hat einen hohen Ausländeranteil, aber trotzdem den Preis als beste Schule erhalten.” Auch Sommer plädiert für “faire Vergleiche unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Standort-Voraussetzungen”.